Pressekonferenz zur Rostkultur 2009

Die Freunde des glühenden Rostes sitzen derzeit wie auf Kohlen. Bald ist die winterliche Zwangspause vorbei und man kann wieder hinaus in den Garten zum Grillen. Der symbolische Auftakt dafür fand gestern im Bratwurstmuseum statt.

Hoher Besuch war gestern unterhalb der Wachsenburg zu Gast. Neben dem Bratwurstkönig Andreas I. fand sich auch die neue Wurstkönigin Annett Schlenstedt in der Bratwurstmetropole Holzhausen ein. "Nicht nur, dass sie frisch gekrönt ist, sie sieht auch richtig frisch aus", scherzte der Regent mit der Wurst in der Krone. Beide werden am 28. März auf dem Erfurter Domplatz die Grillsaison eröffnen.

Bereits zum vierten Mal findet das wurstige Spektakel in der Landeshauptstadt statt. Der Verein "Freunde der Thüringer Bratwurst" war von Anfang an mit dabei und wird auch dieses Jahr die Veranstaltung tatkräftig unterstützen. Wie etwa mit dem Tragen des Bratwurstfeuers von Holzhausen über Arnstadt nach Erfurt zur Rostkultur, der traditionellen Eröffnung der Grillsaison.

Dieses, über die Wintermonate nur noch glimmende Flämmchen, wurde gestern aus der mittelalterlichen Bratwurstküche des Museums herausgeholt und an der Bratwurstfackel entzündet. Nun lodert es wieder in voller Stärke am Fuße der Wachsenburg. Die Fackelläufer, die vergangenes Jahr mit dabei waren, konnten nicht widerstehen und sagten erneut zu. Wahrscheinlich ist es ein gutes Training für die Sportler, denn der Rennsteiglauf Mitte Mai ist nicht mehr fern. Wenn gegen 11 Uhr die Fackelträger angekommen sind, wird die Figur des Probstes Johann von Siebeleben, ähnlich wie bei den olympischen Spielen, am Riesenrost das Feuer entfachen und verkünden, dass ab jetzt in thüringer Gärten wieder gebrutzelt werden kann.

Während der Zeremonie rund um das Feuer schlug Dr. Horst Schubert, Geschäftsführer des Herkunftsverbandes Thüringer und Eichsfelder Wurst- und Fleischwaren, aber auch ernstere Töne an. "Das zurückliegende Jahr war ein schwieriges Jahr, der Absatz von Rind- und Schweinefleisch war rückläufig", so Schubert. Die Bratwurst jedoch konnte sich im Krisenjahr 2008 behaupten. Fünf Prozent Umsatzzuwachs konnten die Bratwursthersteller für ihre Erzeugnisse verbuchen. In Zahlen ausgedrückt, sind 2008 etwa 35 000 Tonnen Thüringer Bratwürste über die Wursttheken auf die Roste gewandert. Würde man jede einzelne in einer Reihe hintereinander anlegen, so entspräche das einer Länge von 56 000 Kilometern. Das entspricht dem 1,4 fachen Umfang der Erde. Die Freunde der Thüringer Bratwurst wussten ja schon immer, dass die Bratwurst das Zeug dazu hat, Grenzen zu überwinden.

Moritz Peters

Pressekonferenz zur Rostkulur 2009

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