Die Bratwurst erobert die Welt - Wolfgang Bald im Museum

Die Thüringer Rostbratwurst hat viele Fans, nicht nur in ihrer Heimat in Thüringen. Selbst am äußersten Zipfel Europas gibt es das leckere Grillgut.

Fremde Kulturen zu entdecken, ist und bleibt immer wieder spannend. Doch wenn einen das Heimweh packt, macht auch die exotischste Reise keine Freude mehr. Zum Glück hat Wolfgang Bald etwas gegen die Sehnsucht nach Hause - zumindest für Franken, Nürnberger und Thüringer. Seit 1995 brät er am südwestlichsten Punkt Europas, in Portugal, genauer am Kap von S°o Vicente, Nürnberger und Thüringer Wurstspezialitäten. Hinter dem Grillstand folgt der Atlantische Ozean und, wie der Name vermuten lässt, dahinter der nordamerikanische Kontinent.

Wolfgang Bald im Museum
Martin Lovschall (Export Manager der Fa. Wolf), links  und Wolfgang Bald, rechts

Alles begann mit einem normalen Campingurlaub 1987 mit seiner Frau Petra. Per Wohnmobil bereisten sie Portugal und verliebten sich in die malerische Landschaft der Algarve und entschieden, nach vielen europaweiten Reisen, zu bleiben. Die Idee mit der Bratwurst kam ihm auf einem portugiesischen Campingplatz. Von Fisch nicht überzeugt, hatte Wolfgang Bald auf seinen Ausflügen immer eine eiserne Reserve Nürnberger Würstchen in Dosen mit dabei. Angelockt von dem verführerischen Duft, fragten viele deutsche Urlauber, wo man denn welche kaufen könne. Das war die Geburtsstunde der deutschen Bratwürste in Portugal.

Anfangs verkaufte er noch aus einem selbst gebastelten Grillwagen heraus, welcher später durch einen modernen Imbisswagen ersetzt wurde. Demnächst soll ein massives Steinhaus für den ständigen Verkauf errichtet werden, welches dem starken Wind am Kap besser standhält.

So wird seit zwölf Jahren am äußersten Fleck Europas Nürnberger und Thüringer Tradition gepflegt. Seine schmackhafte Ware stellt er jedoch nicht selbst her, sondern sie wird extra aus seiner Heimatstadt Nürnberg und von der Firma Wolf aus Schmölln geliefert. Nur die Brötchen sind echte Portugiesen. "Viele Touristen freuen sich über ein Stückchen Heimat vor ihrem Rückflug, wenn sie bei mir eine Thüringer Rostbratwurst essen," so Bald. Früher waren es hauptsächlich Nürnberger Würste, doch heute machen die Thüringer die Hälfte aus. Auch die Kundschaft änderte sich mit der Zeit. Waren am Anfang noch Urlauber aus dem Heimatland Hauptabnehmer, so machen sie heute nur 30 Prozent der weltweiten Gäste aus. Engländer, Schweizer und Holländer haben die Bratwurst ebenfalls zum "Fressen" gern.

Wolfgang Bald im Museum

Diese Touristen waren es auch, die den Verein "Freunde der Thüringer Bratwurst" informierten und den Kontakt herstellten. So war es beinah selbstverständlich, dass Wolfgang Bald als Eroberer "bratwurstfremden" Gebietes in den Verein aufgenommen wurde. Bei seinem Besuch im Bratwurstmuseum versprach er, seinen ausgemusterten Grillwagen dem Museum zur Verfügung zu stellen und kaufte für die Dekoration seines Imbisswagens einen bratwurstessenden Gartenzwerg.

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