Buchvorstellung Michael Kirchschlager "Thüringer Weihnachtsbüchlein"

ie Vorstellung des Buches "Thüringer Weihnachtsbüchlein" von Michael Kirchschlager war Grund der Pressekonferenz am 01.11.2007. Das „Thüringer Weihnachtsbüchlein“ wendet sich an alle Freunde der Thüringer Kultur- und Heimatgeschichte. Illustriert wurde das Buch vom Maler und Grafiker Steffen Grosser, der bereits auf dem Titel das Thema Bratwurst und Weihnachten genial umsetzt. Es beinhaltet neben allerhand Wissenswertem zum Weihnachtsbrauchtum und Aberglauben in Thüringen einen Bericht über das Bratwurstmuseum und den Verein "Freunde der Thüringer Bratwurst e.V." sowie  eine Entdeckung, die mit der Thüringer Bratwurst zu tun hat.

Das älteste bekannte Reinheitsgebot für Bratwürste stammt aus Thüringen: Die Vorschrift zur Wurstzubereitung ist bereits in der Weimarer Fleischhauersatzung aus dem Jahr 1432 enthalten und damit noch 84 Jahre älter als das bayerische Reinheitsgebot für Bier. Entdeckt wurde der Eintrag im Weimarer Stadtbuch vom Hobby-Historiker Hubert Erzmann. Michael Kirchschlager und Hubert Erzmann überbrachten die Urkunde als Weihnachtsgeschenk für alle Freunde der Thüringer Bratwurst.

Übertragen ins Hochdeutsche steht in der Urkunde: «Auch sollen sie die Bratwürste, Leberwürste und anderen Würste von reinem, frischem Fleisch machen, das weder finnig (ohne Finnen und andere Schädlinge) noch wandelbar (gammelig) ist, und sie sollen keine Milzen, Herzen, Nieren noch anderes Ungefährde (unsaubere Sachen) noch fremdes Fleisch, welches nicht dazu gehört, nehmen.» Im darauffolgenden Abschnitt ist die Strafe für solche Fleischer festgelegt, die sich nicht an das Gebot halten: Sie lag bei zwei Schillinge Denariorum, etwa 24 Pfennigen. Dies entsprach ungefähr dem Tageslohn für einen Maurer.

Aus früherer Zeit ist bislang keine deutsche Vorschrift zur Wurstzubereitung bekannt. Auch die erste Rechnung für eine Bratwurst von 1404 stammt ja aus Thüringen. Und so werde beiden Urkunde ab dem 20. Januar 2008 in der 2. Etage des Museums zu sehen sein.

Buchvorstellung Michael Kirchschlager
Michael Kirchschlager (Autor und Verleger)

Buchvorstellung Michael Kirchschlager
Die Bänkelsänger sorgten für musikalische Umrahmung (mit eigenem Bratwurstlied)

Buchvorstellung Michael Kirchschlager
Übergabe der Urkunde durch Herrn Hubert Erzmann an das 1. Deutsche Bratwurstmuseum

Die Protagonisten

Michael Kirchschlager wurde am 23. April 1966 in Staßfurt (Sachsen-Anhalt) geboren. Er ist verheiratet mit Andrea Kirchschlager, geb. Ziegenhardt. Beide haben einen Sohn (Emil) und eine Tochter (Anna Maria). Nach dem Abitur 1984 studierte er vom August 1986 – Juli 1991 Germanistik und Geschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit Abschluss als Diplom-Historiker. Thema der Diplomarbeit: Die Runneburg in Weißensee – Geschichte einer Residenz der Thüringer Landgrafen. Im November 1990 zählte er neben Burgvogt Thomas Stolle zu den Gründungsmitgliedern des Runneburgvereins, des größten historischen Vereins Thüringens, dessen Vereinsvorsitzender er heute ist. Im August 1995 folgte die Gründung des Verlages Kirchschlager, eines Familienbetriebes.

Entdecker der Urkunde ist Herr Hubert Erzmann (75), Hobby-Historiker aus Leidenschaft und Verfasser zahlreicher Schriften zur Weimarer  Stadtgeschichte. Er fand den bedeutsamen Eintrag im Weimarer Statutenbuch von 1433 im Stadtarchiv. Das Stadtarchiv Weimar verwahrt schriftliche und bildliche Zeugnisse zur Geschichte der Stadt Weimar vom 14. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Das sind neben Urkunden vor allem die Akten der Stadtverwaltung und deren amtliche Druckschriften (Adressbücher, Ortsstatuten).     

Die Bänkelsänger sind eine Gesangsgruppe, die jede Festlichkeit mit ihrem mehrstimmigem Satzgesang und Schnärzchen bereichern. Das Programm besteht aus mittelalterlichen Spielereien, Thüringer Küchenliedern und Moritaten, humoristischen Gedichten und Anekdoten, mit deftigen Trinksprüchen und Thüringer Schnärzchen. Sie firmieren auch als GmbH, dass heißt bei ihnen: Gesangsgruppe mit bescheidenem Honorar. Bänkel und Sänger - das sind: Gerhard Jauch (Markus von Vippach), Axel Christian und Dieter Kesch.

Zurück