Bratwursttradition soll Kulturerbe der Unesco werden

Unser Verein, die "Freunde der Thüringer Bratwurst e.V." hat unter dem Titel "Die Bratwurstkultur in Thüringen und Umgebung in Herstellung, Zubereitung, Verzehr und als Ausdruck identitätsstiftender Alltagskultur" eine Bewerbung zum Eintrag in die Liste der immateriellen Kulturgüter der Unesco gestartet.

Ausschnitt aus dem Bewerbungsverfahren

Der Begriff "Thüringer" steht sowohl für die Einwohner der Region Thüringen, als auch als Abkürzung, für die Thüringer Bratwurst. Dadurch drückt sich die hohe Wertschätzung der Thüringer Bratwurstkultur als kulinarischer Botschafter aus. Aufgrund seiner reizvollen Mittelgebirgslandschaft, mit ihren dichten Wäldern, wird Thüringen oft als das grüne Herz Deutschlands bezeichnet. Die Weimarer Klassik mit Goethe und Schiller, die Wartburg, Johann Sebastian Bach, der Rennsteig, die Weimarer Republik sind weitere Assoziationen, die repräsentativ für das zweitkleinste Bundesland in der Mitte Deutschlands stehen. Kulinarisch betrachtet gilt Thüringen als das klassische Land des Kuchens und des Kloßes, vor allem aber sind es die schmackhaften Fleisch-und Wurstspezialitäten, die das Land seit jeher bekannt machten. Zu besonderer Berühmtheit gelangte hierbei die Thüringer Bratwurst. Auch außerhalb der Thüringer Landesgrenzen kennt sie fast jeder, denn sie ist eine der bekanntesten deutschen Spezialitäten. Auf Volksfesten, in touristischen Hotspots und zu Events überall in der Republik ist die sympathische Botschafterin Thüringer Kulinarik anzutreffen. Für die Land- und Ernährungswirtschaft hierzulande gehört sie deshalb zu den bedeutsamsten Produkten hinsichtlich Beschäftigung und Wertschöpfung. Auch international wird die Bratwurst aus Thüringen als typisch deutscher Leckerbissen geschätzt. Thüringer Wurstproduzenten exportieren ihre Bratwürste nicht nur in Länder der EU. Der traditionsbewusste Thüringer brät seine Bratwurst auch heute noch über Holzkohleglut auf dem Bratwurstrost. Dass der so beliebt ist, hat sicher auch mit dem Holzreichtum des Thüringer Waldes und dem Wirken des ehedem weitverbreiteten Köhlerhandwerks zu tun.

Die besondere Verehrung drückt sich auch im Handeln der Thüringer aus. So wurde im Kulturhauptstadt-Jahr 1999 in Weimar durch den Intendant ein "Bratwurstverbot" erlassen. Worauf der Bürgermeister Dr. Germer eine Initiative "Rettet die Thüringer Bratwurst" gründete und die Thüringer Bratwurst zum Kulturgut erklärte.
Im ehemaligen Sonneberger Kreiskrankenhaus (Klinikum) regelte eine "Bratwurstordnung" als Dienstanweisung, dass "anknüpfend an eine lange und ungebrochene Tradition sowie zur Verstärkung der Bindung mit unserer regionalen Küche jeden Freitag Original Thüringer Rostbratwürste zu braten sind".

Die Thüringer Bratwurst ist in einer sich spaltenden Gesellschaft eine kulinarische Klammer. Egal, ob arm oder reich, jung oder alt, Einheimischer oder Zugewanderter, vor dem Bratwurstrost sind alle gleich.

Die mediale Resonanz war riesig, u.a. die WELT berichtete.

Screenshot / Quelle: WELT / Marian Grunden
Screenshot / Quelle: WELT / Marian Grunden

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